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Sparen & Geldanlage

Ausschüttend oder thesaurierend?

Ausschüttende Fonds zahlen Erträge an die Anleger aus. Thesaurierende Fonds behalten sie im Fonds und legen sie wieder an. Für den Vergleich zählt das gesamte Vermögen einschließlich ausgezahlter Erträge.

Inhaltlicher Stand: Mit Rechenbeispiel

Was geschieht mit den Erträgen?

Erhält ein Fonds beispielsweise Dividenden oder Zinsen, bestimmt seine Ausschüttungspolitik, wie damit umgegangen wird. Bei einer Ausschüttung fließt Geld auf das Verrechnungskonto. Bei einer Thesaurierung verbleiben die Erträge im Fondsvermögen. Die Zahl deiner Fondsanteile muss dabei nicht steigen; die Wiederanlage erfolgt innerhalb des Fonds.

Bei ausschüttenden Anlagen kannst du die Zahlung verbrauchen oder erneut investieren. Nur im zweiten Fall arbeitet sie weiter für den Vermögensaufbau. Zusätzliche Kaufgebühren und der Zeitraum bis zur Wiederanlage können das Ergebnis verändern.

Beispiel: Ausschüttung schafft kein Geld aus dem Nichts

Eine Position sei unmittelbar vor einer Ausschüttung 10.500 € wert. Werden 200 € ausgeschüttet und gibt es keine sonstigen Marktbewegungen, verbleiben rechnerisch 10.300 € im Fonds und 200 € auf dem Konto. Das Gesamtvermögen ist weiterhin 10.500 € vor Steuern und Kosten.

Eine thesaurierende Vergleichsanlage könnte den gesamten Betrag investiert lassen. Werden die 200 € der ausschüttenden Variante ebenfalls ohne Kosten und ohne zeitlichen Abstand angelegt, ist die reine Wiederanlagewirkung im Modell gleich. Die Zahlungsform allein erzeugt also keine zusätzliche Rendite.

Zinseszinseffekt und Entnahme

Wer 200 € entnimmt, kann damit Ausgaben bezahlen, verzichtet aber auf die künftige Wertentwicklung dieses Betrags. Bei angenommenen 5 % wären nach einem weiteren Jahr aus 200 € rechnerisch 210 € geworden. Das ist eine Szenariorechnung, keine Garantie für einen tatsächlichen Fonds.

Für die eigene Planung sind daher zwei Fragen sinnvoll: Soll Geld regelmäßig ausgezahlt werden? Und werden Ausschüttungen wirklich wieder investiert? Ein Sparplanrechner mit vollständiger Wiederanlage passt nicht zu einer tatsächlichen Strategie, bei der Erträge verbraucht werden.

Steuern getrennt betrachten

Thesaurierung bedeutet nicht automatisch Steuerfreiheit bis zum Verkauf. Unter den gesetzlichen Voraussetzungen kann bei Investmentfonds eine Vorabpauschale relevant sein. Ausschüttungen, Teilfreistellungen, Freistellungsaufträge und bereits angesetzte Vorabpauschalen beeinflussen die steuerliche Behandlung.

Die Höhe einer möglichen Vorabpauschale ist jahres- und produktspezifisch. Eine pauschale Steuerberechnung aus der angenommenen Rechner-Rendite wäre dafür zu grob.

Häufige Frage: Ist ausschüttend besser für den Sparer-Pauschbetrag?

Das hängt von den übrigen Kapitalerträgen und der steuerlichen Situation ab. Auch bei thesaurierenden Fonds können steuerlich relevante Erträge entstehen. Die Wahl sollte deshalb nicht allein aus der Annahme folgen, dass nur Ausschüttungen den Pauschbetrag nutzen könnten.

Vom Begriff zur Rechnung

Mit eigenen Zahlen weiterrechnen

Wähle den passenden Rechner. Die dort genannten Annahmen und Grenzen gelten für die Modellrechnung.

Quellen und Einordnung

Die Zahlenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Hinweise zum Erstellungsprozess stehen unter Methodik des Lexikons.

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