Beteiligung statt festem Rückzahlungsanspruch
Mit einer Aktie bist du wirtschaftlich am Unternehmen beteiligt. Welche Stimm- und Vermögensrechte bestehen, hängt unter anderem von der Aktiengattung ab. Anders als bei einer gewöhnlichen Anleihe gibt es keinen fest vereinbarten Rückzahlungstermin zu einem Nennbetrag.
Eine Dividende ist eine beschlossene Ausschüttung. Ihre Höhe kann schwanken oder ganz entfallen. Auch ein Unternehmen, das viele Jahre gezahlt hat, garantiert dadurch keine künftige Dividende. Schlechte Geschäftsentwicklung kann gleichzeitig den Kurs und die Ausschüttung belasten.
Drei Größen auseinanderhalten
Der Kursgewinn ist die Differenz zwischen Verkaufskurs und Kaufkurs. Die Dividendenrendite setzt eine Dividende ins Verhältnis zu einem bestimmten Aktienkurs. Die Gesamtrendite berücksichtigt beides und gegebenenfalls weitere Zahlungen.
Eine hohe Dividendenrendite kann auch dadurch entstehen, dass der Kurs stark gefallen ist. Sie ist deshalb kein eigenständiger Nachweis für eine günstige oder sichere Anlage. Für Vergleiche muss zudem klar sein, ob vergangene oder erwartete Dividenden verwendet werden.
Beispiel mit Gewinn und Verlust
Du kaufst zehn Aktien zu je 50 € und erhältst 2 € Dividende pro Aktie. Später verkaufst du zu je 54 €. Der Kursgewinn beträgt 40 €, die Dividenden betragen 20 €. Bezogen auf 500 € Kaufwert entstehen 12 % Gesamtrendite vor Kosten und Steuern.
Würdest du stattdessen zu 45 € verkaufen, stünden 50 € Kursverlust den 20 € Dividenden gegenüber. Das Ergebnis wäre −6 %. Die Ausschüttung verhindert also nicht automatisch einen Verlust. Orderkosten würden beide Ergebnisse zusätzlich mindern.
Ausschüttung und Aktienkurs
Rund um den Dividendenabschlag wird der ausgeschüttete Wert wirtschaftlich aus dem Unternehmen herausgegeben. Eine Aktie unmittelbar vor der Ausschüttung zu kaufen bedeutet daher nicht, dass die Dividende ohne entsprechenden Preiseffekt zusätzlich verdient wird. Tatsächliche Kurse bewegen sich zugleich durch neue Informationen und Angebot und Nachfrage.
Einzelaktien tragen unternehmensspezifische Risiken bis hin zum Totalverlust. Eine Streuung über Unternehmen und Branchen kann einzelne Risiken verteilen, beseitigt jedoch keine allgemeinen Marktschwankungen.
Häufige Frage: Ist ein nicht verkaufter Kursverlust unwichtig?
Ein Verkauf realisiert das Ergebnis, aber der aktuelle wirtschaftliche Wert hat sich bereits verändert. Für die Frage, wie viel Geld heute verfügbar wäre, zählt der gegenwärtige Verkaufserlös. Ob sich der Kurs später erholt, ist offen.
Vom Begriff zur Rechnung
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Quellen und Einordnung
Die Zahlenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Hinweise zum Erstellungsprozess stehen unter Methodik des Lexikons.
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