Die einfache Gesamtrendite
Bei einer einzelnen Anfangsanlage ohne weitere Einzahlungen gilt: Rendite = (Endwert + ausgezahlte Erträge − Anfangswert) / Anfangswert. Kosten müssen konsistent einbezogen werden. Bereits im Endwert enthaltene Erträge dürfen nicht nochmals addiert werden.
Die Gesamtrendite allein sagt noch nicht, wie lange das Geld investiert war. 20 % in zwei Jahren und 20 % in zehn Jahren haben einen sehr unterschiedlichen jährlichen Effekt. Auch ein Kurschart kann Ausschüttungen entweder enthalten oder weglassen.
Beispiel: 20 Prozent in vier Jahren
Aus 10.000 € werden ohne Zwischenzahlungen 12.000 €. Die Gesamtrendite beträgt 20 %. Der gleichmäßige jährliche Wachstumsfaktor ergibt sich aus der vierten Wurzel von 1,2. Damit ist die annualisierte Rendite (12.000 / 10.000)^(1/4) − 1 = rund 4,66 % pro Jahr.
Ein einfaches Teilen von 20 % durch vier ergibt zwar 5 %, berücksichtigt aber nicht die jährliche Wiederanlage. Vier Jahre mit jeweils 5 % würden zu 12.155,06 € führen, also zu einem höheren Endbetrag.
Warum der Durchschnitt täuschen kann
Eine Anlage steigt zunächst um 20 % und fällt anschließend um 20 %. Aus 1.000 € werden erst 1.200 € und danach 960 €. Der arithmetische Durchschnitt der beiden Prozentsätze ist null; das tatsächliche Ergebnis beträgt −4 %.
Bei Sparplänen kommt ein weiterer Punkt hinzu: Eine Einzahlung kurz vor dem Ende war nicht genauso lange investiert wie das Anfangskapital. Der Gesamtertrag geteilt durch alle Einzahlungen ist daher keine belastbare Jahresrendite. Dafür braucht man eine Methode, die Zahlungszeitpunkte berücksichtigt, etwa einen internen Zinsfuß.
Nach Kosten, Steuern und Inflation
Eine Bruttorendite ist noch keine Nettorendite. Orderkosten, laufende Produktkosten und Steuern können den Betrag reduzieren. Für die Kaufkraft ist zusätzlich die Inflation relevant. Bei 4 % nominaler Rendite und 2 % Inflation beträgt die reale Rendite (1,04 / 1,02) − 1, also rund 1,96 %.
Im Wertentwicklungsvergleich sollten die angenommenen Renditen auf derselben Basis stehen. Wenn eine veröffentlichte Fondsentwicklung bereits laufende Fondskosten enthält, darf die TER nicht unbemerkt ein zweites Mal abgezogen werden.
Häufige Frage: Ist vergangene Rendite eine Prognose?
Nein. Sie beschreibt einen vergangenen Zeitraum unter bestimmten Bedingungen. Für die Planung sind mehrere Szenarien sinnvoll; eine einzelne hohe historische Zahl rechtfertigt keine sichere Erwartung an die Zukunft.
Vom Begriff zur Rechnung
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Quellen und Einordnung
Die Zahlenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Hinweise zum Erstellungsprozess stehen unter Methodik des Lexikons.
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