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Grundlagen & Haushalt

Inflation, Kaufkraft und reale Rendite

Inflation beschreibt einen Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Sinkt die Kaufkraft des Geldes, lässt sich mit demselben Eurobetrag weniger kaufen, auch wenn der Kontostand unverändert bleibt.

Inhaltlicher Stand: Mit Rechenbeispiel

Preisniveau und einzelne Preise

Das Statistische Bundesamt misst die Verbraucherpreisentwicklung mit einem gewichteten Warenkorb. Einzelne Preise können dabei steigen, während andere fallen. Die persönliche Belastung hängt vom eigenen Konsum ab und kann von der veröffentlichten Inflationsrate abweichen.

Eine niedrigere positive Inflationsrate bedeutet, dass Preise langsamer steigen. Sie bedeutet nicht automatisch, dass das Preisniveau sinkt. Ein allgemeiner Preisrückgang wird als Deflation bezeichnet. Für historische Vergleiche müssen passende Zeiträume und Indexreihen verwendet werden.

Kaufkraft berechnen

Bei einer konstant angenommenen Inflationsrate p und n Jahren lautet der benötigte künftige Betrag für dieselbe Kaufkraft: heutiger Betrag × (1 + p)ⁿ. Die heutige Kaufkraft eines unveränderten künftigen Eurobetrags ergibt sich durch Teilen durch denselben Faktor.

Die Annahme einer konstanten Rate ist eine Modellvereinfachung. Für tatsächlich beobachtete Zeiträume kann stattdessen das Verhältnis der Preisindizes verwendet werden. Jahresraten einfach zu addieren ignoriert die Veränderungen der Bezugsbasis.

Beispiel: 1.000 Euro über zehn Jahre

Bei angenommenen 2 % jährlicher Inflation kosten Waren im heutigen Wert von 1.000 € nach zehn Jahren rechnerisch 1.218,99 €. Unveränderte 1.000 € haben dann eine Kaufkraft von rund 820,35 € in heutigen Preisen.

Der Kaufkraftverlust beträgt rund 17,97 %, während das Preisniveau um rund 21,90 % gestiegen ist. Beide Prozentsätze unterscheiden sich, weil jeweils eine andere Bezugsgröße verwendet wird.

Nominale und reale Rendite

Nominal bedeutet in Euro beziehungsweise ohne Preisbereinigung. Real berücksichtigt die veränderte Kaufkraft. Die genaue Beziehung lautet reale Rendite = (1 + nominale Rendite) / (1 + Inflation) − 1.

Bei 4 % nominaler Rendite und 3 % Inflation ergeben sich rund 0,97 % real, vor gegebenenfalls noch fehlenden Steuern und Kosten. Die einfache Differenz von einem Prozentpunkt ist eine Näherung, keine exakte Formel.

Häufige Frage: Bedeutet hohe Inflation automatisch höhere Zinsen?

Nein. Sparzinsen, Kreditzinsen und Preisentwicklung hängen von mehreren Faktoren ab und verändern sich nicht zwingend gleichzeitig. Für eine konkrete Anlage ist der tatsächlich vereinbarte Nettoertrag mit der Preisentwicklung im passenden Zeitraum zu vergleichen.

Vom Begriff zur Rechnung

Mit eigenen Zahlen weiterrechnen

Wähle den passenden Rechner. Die dort genannten Annahmen und Grenzen gelten für die Modellrechnung.

Quellen und Einordnung

Die Zahlenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Hinweise zum Erstellungsprozess stehen unter Methodik des Lexikons.

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