Was bedeutet Emittent?
Der Emittent ist der Herausgeber der Anleihe. Das kann zum Beispiel ein Staat, eine Bank oder ein anderes Unternehmen sein. Er beschafft sich über die Anleihe Geld und schuldet den Anlegern die nach den Anleihebedingungen vorgesehenen Zinsen und Rückzahlungen. Du bist als Anleiheinhaber sein Gläubiger.
Bei einer Bundesanleihe ist die Bundesrepublik Deutschland der Emittent. Bei einer Unternehmensanleihe ist es das Unternehmen, das die Anleihe ausgibt. Die Bank, über die du die Anleihe kaufst oder im Depot verwahrst, ist deshalb nicht automatisch auch ihr Emittent. Kann der Emittent nicht zahlen, drohen Ausfälle bei Zinsen und Rückzahlung bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Geldes.
Was wird vereinbart?
Bei einer einfachen festverzinslichen Anleihe legt der Kupon die regelmäßige Zinszahlung bezogen auf den Nennwert fest. Am Laufzeitende ist die vereinbarte Rückzahlung vorgesehen. Ob der Emittent diese leisten kann, ist ein wesentliches Risiko. Daneben existieren variable, nachrangige und andere besondere Anleiheformen.
Anleihen werden häufig in Prozent des Nennwerts notiert. Ein Kurs von 98 % bedeutet bei 1.000 € Nennwert einen Kurswert von 980 €. Beim Kauf zwischen Zinsterminen können Stückzinsen hinzukommen. Sie gleichen den bereits verstrichenen Teil der laufenden Zinsperiode zwischen Käufer und Verkäufer aus.
Kupon ist nicht Rendite
Eine Anleihe mit 3 % Kupon zahlt bei 1.000 € Nennwert normalerweise 30 € pro Jahr, unabhängig davon, ob sie für 950 € oder 1.050 € erworben wurde. Kauf unter oder über dem Rückzahlungsbetrag verändert jedoch das Anlageergebnis.
Die Rendite bis Fälligkeit berücksichtigt die vorgesehenen Zahlungen und ihre Zeitpunkte. Sie setzt insbesondere voraus, dass die vertraglichen Zahlungen tatsächlich erfolgen. Bei einem Verkauf vor Fälligkeit ist der dann erzielbare Kurs zusätzlich entscheidend.
Einjähriges Beispiel
Du kaufst direkt nach einem Zinstermin eine einfache Anleihe mit genau einem Jahr Restlaufzeit für 980 €. Bei Fälligkeit erhältst du 1.000 € Rückzahlung und 30 € Kupon. Ohne Gebühren und bei vollständiger Zahlung ergibt sich (1.030 − 980) / 980 = rund 5,10 %.
Bei einem Kaufpreis von 1.020 € wären es dagegen nur rund 0,98 %. In beiden Fällen lautet der Kupon 3 %. Bei mehrjährigen Anleihen ist diese einfache Einjahresrechnung nicht ausreichend.
Warum der Kurs schwankt
Steigen die für vergleichbare Anlagen verlangten Marktzinsen, verlieren bereits ausgegebene fest verzinste Anleihen tendenziell an Wert. Auch eine schlechter eingeschätzte Zahlungsfähigkeit des Emittenten kann den Kurs senken. Lange Restlaufzeiten können besonders empfindlich auf Zinsänderungen reagieren.
Fremdwährungsanleihen bringen zusätzlich Wechselkursrisiken mit. Eine Anleihe ist grundsätzlich keine durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützte Bankeinlage. Auch ein Anleihefonds hat keinen allgemeinen Anspruch auf Rückzahlung deines individuellen Kaufpreises an einem festen Termin.
Häufige Frage: Bedeutet „bis Fälligkeit halten“ kein Risiko?
Nein. Emittentenausfall, besondere Vertragsrechte, Inflation und gegebenenfalls Währungsänderungen bleiben relevant. Wer das Geld vorher benötigt, kann außerdem doch zu einem ungünstigen Marktpreis verkaufen müssen.
Vom Begriff zur Rechnung
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Quellen und Einordnung
Die Zahlenbeispiele sind eigene Modellrechnungen mit den jeweils genannten Annahmen. Allgemeine Information, keine individuelle Beratung. Hinweise zum Erstellungsprozess stehen unter Methodik des Lexikons.
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